Hier ein Beitrag der Frankfurter Rundschau mit entsprechenden Informationen über die Hintergründe des Schüler/Elternprotestes und deren Unterstützer.

Demo gegen Aderlass in Frankfurt

  • vonNadine Benedix

Ernst-Reuter-Schüler wollen kein Gelände an die Europäische Schule abgeben.

Die politische Nachricht der Schülerinnen und Schüler der Ernst-Reuter-Schule (ERS) bei ihrer Demonstration durch die Nordweststadt am Freitagmittag ist klar: Eine Sanierung muss kommen, und ihre bisherigen Flächen wollen sie nicht für einen Ausbau der Europäischen Schule abgeben. Deutlich werden die Forderungen auf zahlreichen Plakaten mit markigen Sprüchen, wie: „Bei den Banken sind sie fix, für die ERS tun sie nix“, „Rettet die ERS“ oder „Wir geben unseren Platz nicht her“. Die Demo mit rund 500 Kindern, Lehrern und Eltern folgte auf eine Menschenkette der rund 1250 Schüler der zwei Ernst-Reuter-Schulen (Gesamt- sowie Oberstufenschule) entlang der aktuellen Grenzen der Gesamtschule.

Entzündet hatte sich der Protest an einer Machbarkeitsstudie des städtischen Amts für Bau und Immobilien, die Stadtrat Jan Schneider (CDU) in der vergangenen Ortsbeiratssitzung präsentierte. Der Studie nach soll die Europäische Schule, die durch enormen Schülerzuwachs auch dringend neue Räumlichkeiten benötigt, auf das Areal der ERS hin vergrößert werden. Bei dieser Sitzung habe auch ich, wie auch meine Kollegen des Ortsbeirates die Anliegen für die Ernst-Reuter Schulen unterstützt.

Frankfurt: Sportplätze als Ausgleich

Für den Ausbau der Europäischen Schule an ihrem aktuellen Standort müssen der Planung nach indes die Sporthallen- und plätze der ERS weichen. An ihrer Stelle soll dafür ein fünfstöckiges Gebäude der Europäischen Schule entstehen. Die ERS hingegen, die eigentlich schon lange eine Sanierung und Vergrößerung ihrer Fläche von der Stadt zugesichert bekommen hatte, würde bei ihrer aktuellen Grundstücksgröße bleiben. Zum Ausgleich des Geländes sollen Sportplätze auf der im Osten liegenden „Hundewiese“ entstehen.

„Das Ganze ist eine Milchmädchenrechnung“, erklärt Gerhard Schneider, Schulleiter der Gesamtschule ERS II. Denn das Areal der „Hundewiese“ sei ihm schon lange von der Stadt zugesichert worden. Außerdem sei es nur vorrübergehend nutzbar: Auf lange Sicht soll dort die Regionaltangente West – eine Bahnlinie in das Nordwestzentrum – entlanglaufen.

Frankfurt: Schulhof soll bebaut werden

Neue Gebäude für Sporthallen müssen deshalb auf dem bestehenden Areal entstehen. Dafür sollen Zwischenräume und Grünflächen auf dem Schulhof bebaut werden. „Unsere Streuobstwiese, unsere Beete sowie unsere Tierhaltung sind gefährdet“, so Lehrerin Imke Wetzel. Diverse Unterrichtskonzepte ließen sich nicht mehr umsetzen. Die elfjährige Melinda, Schülerin der 6. Klasse, erklärt bei der Demonstration: „Die Idee von Herrn Schneider passt nicht zu unserer Schule. Wir brauchen ein offenes und großes Gelände, weil wir viele Mitschüler mit körperlichen Behinderungen haben.“ Diese Art von Schulgelände sei auch im Planungskonzept der Nordweststadt für die ERS vorgesehen, erklärt Schulleiter Schneider.

Die Europäische Schule selbst ist ebenfalls nicht glücklich über die Pläne. Auf schriftliche Anfrage erklärt Schulleiter Ferdinand Patscheider, dass er den Sanierungsplan der ERS befürworte und die Erweiterung seiner Schule vor Ort für „nicht realistisch“ hält.

Auf politischer Ebene befürworten alle Fraktionen im Ortsbeirat die Forderungen der ERS. SPD und Linke wollen die Interessen der beiden Schulen auch im Römer vertreten. Elternvertreterin Corinna Sachs berichtet sogar von Unterstützung von oberster Stelle: Oberbürgermeister Feldmann habe ihr telefonisch die Möglichkeit zu einem Treffen zugesichert. Ergänzung: auch die anderen Parteien im Stadtparlament werden die Anliegen unterstützen CDU, FDP und FREIE WÄHLER…

Anmerkung zum OB Peter Feldmann. Bei allen Besuchen wo ich bisher dabei war und Peter Feldmann sprach, betonte er immer das er als ehemaliger Schüler der Ernst Reuter Schule sehr stolz sei. Nur gemacht hat er bisher in seiner Amtszeit nichts für die Ernst Reuter Schule. Das stillgelegte Lehr-Schwimmbad ist für mich einer der größten Skandale an Unfähigkeit in Frankfurt. Die Sanierung ist der nächste Aufreger und die Standortwahl für die Europäische Schule mit dem absehbaren Wachstum seit 10 Jahren ist kaum verständlich. Aus heutiger Sicht, sollte die Schule am Kaiserlei ihre Vollendung finden und die Sportarena im Flughafen entstehen. Die Kosten für die Europäische Schule zahlt der Bund und für den Flughafen gibt es beste Investoren. Hier scheint die CDU der Bremsfaktor zu sein!

Das Fass läuft über! Wir demonstrieren! 13.Dezember um 13.15 Uhr Startpunkt: Ernst-Reuter-Schule II, Ausgang Praunheimer Weg.

19.000 m2 werden für die Erweiterung der Europäischen Schule weggenommen

+++  1 Sportplatz und 2 Sporthallen sind schon weg und  Klassengröße auf 27 erhöht

+++  Schwimmbad seit 2009 geschlossen und  Sanierung der ERS seit 10 Jahren verschleppt

+++  6 Förderschüler/innen in den neuen 5. Klassen für 2020

+++  Förderschulstunden werden 2020 weiter reduziert und Schulrestaurant, Konzertraum und unser Druckoffice werden als erstes abgerissen

+++ Turnhallen nicht mehr für Vereine gebaut. Turniere fallen weg. (TSG Nordwest 1898 leiden am meisten)

+++ Ein StadtTeil wird städtebaulich verschandelt

+++ Der Verkehr auf dem Praunheimer Weg wird ins Unermessliche belastet

+++ Die Busse und Taxis für die Förderkinder müssen über den Hammarskjöldring gebracht werden.

+++ 3 Wildbienen-Nistplätze und kleine Streuobstwiese muss Beton weichen

+++ Berufsorientierung verliert ihre Arbeitsgrundlage, die Grünflächen werden für Sportflächen geopfert.

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