Im Ortsbeirat 8 gibt es heftige Kritik an den Plänen zur Erweiterung der Europäischen Schule. Die seien ein Schlag ins Gesicht der Eltern, die auf eine Sanierung der Ernst-Reuter-Schulen warteten.

Bis zur Kommunalwahl 2021 dürfte dieses Thema eines der wichtigsten im Ortsbeirat 8 sein.

Ich habe Stadtrat Jan Schneider meine Meinung deutlich gesagt: ich finde es ein Armutszeugnis der Stadtregierung in zwei Jahren keine geeignete Ersatzfläche für die Europäische Schule gefunden zu haben. Seit 10 Jahren weiß man, das für den Zuwachs entsprechend vorgesorgt werden muß. Die Fläche muß die Stadt besorgen und der Bund zahlt die entsprechenden Kosten für Umbau oder Neubau.

So viel Andrang zu einer Sitzung hat der Ortsbeirat 8 selten erlebt. Vor dem Saalbau im Nordwestzentrum hängen Protestplakate: „Verschlechterung inklusive. So wollen wir die Sanierung nicht.“ Der Saal drinnen ist voll besetzt. Eltern, Schüler und Lehrer der Ernst-Reuter-Schulen (ERS) sowie der Europäischen Schule Frankfurt sind am Mittwochabend gekommen, um mit Baudezernent Jan Schneider (CDU) über die neue Machbarkeitsstudie des Amts für Bau und Immobilien (ABI) zur Erweiterung der Europäischen Schule zu diskutieren.

Die sogenannte Machbarkeitsstudie von einem Architektenbüro ist eine Prüfung, ob die drei Schulen auf der Gesamtfläche möglich ist. Ja, man stapelt Turnhalle und Klassenräume und die Grünflächen werden geopfert für Sportflächen. Dafür Geld in die Hand zu nehmen, zeigt mir wie wenig gesunder Menschenverstand in den Frankfurter Behörden anscheinend vorhanden ist.

Der Druck ist groß: Seit mehr als zehn Jahren ist bekannt, dass die Europäische Schule aufgrund stetig wachsender Schülerzahlen an ihre Kapazitätsgrenzen kommt und der Neubau der Schule unabdingbar ist. „Bis 2025 müssten die Gebäude stehen“, bestätigt Pressesprecher Günter Murr vom ABI.

Wichtige Punkte der Studie 

Wichtige Punkte der Studie: Die Flächen der beiden Schulen sollen neu geordnet werden, um eine Erweiterung der Europäischen Schule am derzeitigen Standort zu ermöglichen. Die oberirdischen Stellplätze sollen in eine Tiefgarage verlegt werden. Die Europäische Schule würde neu gebaut und könnte bis zu fünf Geschosse hoch werden. Weiterhin würden die Flächen neu zugeschnitten. Die ERS würde die sogenannte „Hundewiese“ für ihre Sportplätze erhalten, die Europäische Schule das Gelände, auf dem derzeit Turnhallen und Schwimmbad der Ernst-Reuter-Schulen stehen.

„Der Neubau der Europaschule ist ein Schlag ins Gesicht der Eltern, die seit Jahren auf eine Sanierung ihrer Schule warten“, erzürnt sich eine Zuhörerin. „Die ERS bekommen im Westen einen massiven Bauklotz als Barriere hingesetzt“, meldet sich eine andere zu Wort. Für Karlheinz Grabmann (Freie Wähler) wiederum ist es nicht hinnehmbar, dass Grünflächen wie die Hundewiese geopfert werden.

Kritisch ist es auch, dass die Nutzung der Vereine insgesamt über 4.000 Mitglieder nicht mehr gesichert ist. Der Ellitär-Verein Skyliner hingegen darf exklusiv die Halle im Nordwestzentrum nutzen. Man sollte die Mehrzweckhalle am Flughafen bauen, dann könnte in unmittelbarer Nähe zur EZB am Kaiserlei-Kreisel die Europäische Schule zukunftsweisend untergebracht werden. Auf die Sanierung der Ernst-Reuter Schulen wartet man schon 25 Jahre. Aussagen von Teilnehmern: Konflikte der Regierungsparteien CDU,SPD und GRÜNE würden auf dem Rücken der Kinder ausgetragen. Kein Platz für Bildung im Rhein-Main Gebiet. Mehr Flächen für Schulen statt für Gewerbe. Ca. 2.000 neue Schüler kommen jedes Jahr lt. Jan Schneider auf Frankfurt zu.

Den ganzen Beitrag aus der Frankfurter Rundschau können Sie hier lesen aus dem ich Auszüge entnommen habe https://www.fr.de/frankfurt/empoerung-ueber-massiven-bauklotz-europaeische-schule-13274191.html

Ich bin für eine sinnvolle Sanierung der Ernst Reuter Schulen und für die Verlegung des Stadtortes der Europäischen Schule. Eine zusätzlich benötigte Grundschule und auch Kita könnte auf dem freien Gelände entstehen .

Ich hoffe weiterhin auf eine allen Beteiligten gerechte Lösung.

Jan Schneider, Baudezernent hat sich sehr sachlich und ruhig verhalten und ist auch auf die Fragen oder Vorwürfe eingegangen. Eine Übereinstimmung zur Machbarkeitsstudie und dem weiteren Vorgehen war nicht gegeben!