Ganzer Artikel hier:https://www.tagesschau.de/investigativ/klimawandel-anpassung-interview-bender-101.html

Hier ein Auszug aus einem Interview:

tagesschau.de: Was müsste denn beispielsweise in den Großstädten getan werden?

Bender: Es müsste ein Umdenken in fast allen Bereichen stattfinden: Man kann nicht mehr alle Flächen in der Stadt bebauen. Man braucht zum Beispiel große Grün- und Wasserflächen unter anderem zur Kühlung. Man muss beispielsweise so planen und bauen, dass Verschattung eine wichtigere Rolle spielt. So gibt es sehr genaue und umfangreiche Kartierungen, die zeigen, wo Frischluft-Schneisen liegen, die kühlere Luft vom Umland in die Stadt führen. Solche Korridore darf man nicht bebauen, aber das wird immer noch gemacht. Damit stellt man der natürlichen Luft-Zirkulation in der Stadt quasi den Motor ab. In Frankfurt gibt es einen Klimaatlas der genau diese Frischluftschneise ausweist!

Es ist immer eine Abwägung: Will man eine gesunde Stadt, die auch bei steigender Wärme lebenswert bleibt – oder eine Stadt, die wächst? Bis jetzt ist es so, dass die Großstädte auf Wachstum setzen. Klimaanpassung wird gewissermaßen als Luxus betrachtet, den man sich angesichts des Mangels an Wohnraum nicht leisten will. In der Folge sieht es in allen größeren Städten in Bezug auf ihre Klimawandeltauglichkeit relativ schlecht aus.

Frankfurt ist an seine Grenze in der Fläche angekommen. Beispiel Erfurt ist größer an Fläche und hat etwas über 200.000 Einwohner. Frankfurt sollte 800.000 Einwohner nicht überschreiten. Die jetzigen Bewohner haben das Recht auf eine gesunde Stadt mit möglichst hoher Lebensqualität.