Michael Weingärtner hat die Messlatte von 6-10 Euro pro qm ausgegeben.

So was findet man in Frankfurt derzeit kaum!

Das es geht und sogar mit einer super Idee kündigt Aldi Nord an.

 

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BERLINJetzt kommt die Billig-Wohnung von Aldi

Von Michael Fabricius |  | Lesedauer: 4 Minuten   Quelle Welt digital
Aldi Wohnprojekt in Berlin Lichtenberg. Bis zu 50 Wohnungen werden gebautAldi Wohnprojekt in Berlin Lichtenberg. Bis zu 50 Wohnungen werden gebaut
Aldi Wohnprojekt in Berlin Lichtenberg. Bis zu 50 Wohnungen werden gebaut

Quelle: ALDI Immobilienverwaltung GmbH & Co. KG

Der Discounter will in Berlin bis zu 2000 Wohnungen bauen und vermieten, zu Preisen von maximal zehn Euro pro Quadratmeter – eine Aufgabe, an der andere Entwickler krachend scheitern. Allerdings hat Aldi einen Vorteil.

Ein Discounter wird zum Großbauherrn: In den nächsten Jahren will Aldi Nord bis zu 2000 Wohnungen in Berlin errichten, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Das Besondere dabei: Die geplanten Mehrfamilienhäuser sollen auf zentral gelegenen Grundstücken in der Innenstadt gebaut werden, auf denen bereits Aldi-Märkte stehen.

Diese alten Märkte werden abgerissen, neu gebaut und um darauf liegende mehrstöckige Wohnblöcke ergänzt. Auf Projektskizzen sind simple, aber moderne Bauten mit einem großzügigen Discounter im Erdgeschoss zu sehen. Und, typisch für den Discounter: Die Wohnungen sollen günstig vermietet werden.

„Grundstücke einstöckig zu bebauen ist eigentlich Flächenverschwendung“, sagte Jörg Michalek, Geschäftsführer der Aldi Immobilienverwaltung, bei der Vorstellung zweier Pilotprojekte in Berlin. Berlin wachse extrem schnell, bis 2030 werde die Bevölkerungszahl um weitere 300.000 Einwohner steigen, lauten die Prognosen. „Das ist im übrigen Deutschland eine ganze Großstadt“, so Michalek. Die Verdichtung der Wohnbebauung in der Innenstadt sei eine Möglichkeit, die zusätzliche Nachfrage nach Wohnraum zu decken.

In den Stadtbezirken der Hauptstadt zeige man sich begeistert von dem Vorhaben, sagte der Aldi-Nord-Manager. Denn die Wohnungen werden zu vergleichsweise günstigen Preisen vermietet. Geplant ist ein Sozialwohnungsanteil von 30 Prozent. Diese sollen zu 6,50 Euro pro Quadratmeter netto kalt vermietet werden. Aber auch die anderen Wohnungen werden mit einem Preisdeckel versehen: Mieten von höchstens zehn Euro netto kalt werden verlangt.

Für viele andere Wohnungsbauer müsste sich das wie ein Schlag ins Gesicht anfühlen. Denn seit Jahren beklagt die deutsche Immobilienbranche hohe Bau- und Grundstückskosten, komplizierte Bauregeln und schleppende Genehmigungsverfahren. Unter diesen Umständen sei preisgünstiges Bauen und Vermieten kaum noch möglich, heißt es stets. So starten die meisten frei finanzierten Neubauprojekte in den Großstädten auch bei mindestens zwölf Euro pro Quadratmeter. Kreative Lösungen mit Mischnutzung und niedrigen Mieten oder Kaufpreisen sind die absolute Ausnahme.

„Wir können eben rechnen“

Aldi zeigt nun, dass es offenbar doch anders geht. „Wir können eben rechnen“, sagte Michalek. Auch über langsame Genehmigungsverfahren könne man sich nicht beklagen. Im Gegenteil: Der Bauantrag sei zügig bearbeitet worden, sagte der Manager, und der erste Bau im Stadtteil Lichtenberg könne bereits im Laufe des nächsten Jahres fertiggestellt werden.

Bei diesem ersten Projekt sollen etwa 50 Wohnungen entstehen, bei einem weiteren in Berlin-Neukölln weitere 50 Einheiten, in unterschiedlichen Größen und Zuschnitten. Weitere 15 Standorte befinden sich in konkreter Planung. Insgesamt seien 2000 Wohnungen in der Hauptstadt auf etwa 30 Discountermärkten möglich.

Tatsächlich werden sich fast alle Neubauten sogar innerhalb des S-Bahn-Rings befinden – einer bei vielen Wohnungssuchenden in Berlin berüchtigten und unüberwindbaren Preisgrenze. Innerhalb dieser Zone bieten andere private Vermieter selbst im Bestand kaum noch Wohnungen für weniger als zwölf oder gar 14 Euro an.