Ein Mann mit klaren Worten und dessen Meinung will ich allen auf meiner Webseite zeigen.

Editorial von Wolfgang Maiworm

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn Sie diese Zeitschrift in Händen halten, habe ich gerade meinen 73. Geburtstag gefeiert (9. April), Rückblickend will ich mich heute mit mir als politisch interessiertem und engagiertem Staatsbürger beschäftigen. Sie finden sicherlich in Ihrem Leben Parallelen – und da wir miteinander über die „Lebens-t-räume“ und „…heute leben mit FLIEGE“ verbunden sind, gehe ich davon aus, dass wir guten Grund haben, uns aus spiritueller Sicht mit dem, was jetzt politisch Verantwortliche zum Wohle des Ganzen tun und lassen, auszutauschen.

Als verlagskaufmännischer Lehrling bei der Frankfurter Societätsdruckerei erfuhr ich, dass es gelogen war, von einer „unabhängigen Tageszeitung“ (Frankfurter Neue Presse) zu sprechen. Es gab nämlich in den Leitlinien der Redaktion die Vorliebe für CDU-Meinung, was besonders deutlich wurde, wenn Wahlen vor der Tür standen. – Ein spezielles Erlebnis waren dann die sogenannten Oster-Unruhen, als vor dem Verlagshaus gegen die Springer-Presse, die in der Societätsdruckerei hergestellt wurde, demonstriert wurde. Die Berichterstattung war nicht nur angesichts des persönlich vor Ort Erlebten falsch, sondern auch bewusst manipuliert.

Dies war so einschneidend für mich, dass ich beschloss, trotz aller Förderung, die ich im Verlag genoss, mich selbständig zu machen. 1970 erschien dann der „Frankfurter Tip“, aus dem Monate später der „Blitz-Tip“ wurde. Hier hatte ich das Macht-Instrument in der Hand, Politik im Rhein-Main-Gebiet zu beeinflussen. Willy Brandt unterstützte ich im Zusammenhang mit Ost-Verträgen und Misstrauensvotum. Die sozial-liberale Koalition war der verwirklichte Wunschtraum. Ich wurde von Mischnick und von Schöler als FDP-Mitglied geworben, und Heinz-Herbert Karry war für mich ein glaubwürdiger Landespolitiker mit besonderem Charisma. Das Liberale,, wie es Karl Hermann Flach für die FDP formulierte, war Leitlinie für eigenes Unternehmertum beim „Blitz-Tip“. Die sozial-liberale Koalition platzte – und mir platzte angesichts dessen, was danach kam, der Kragen. Das imperative Mandat, das alle auf eine Partei-Meinung einschwor, erschien mir als ein Symptom für den Verrat an wahrer Demokratie. Die Parteien-Demokratie war mir suspekt – und ich trat nicht nur aus der FDP wieder aus, sondern verweigerte von da an bis 1997 das Wählen von Volksvertretern, die ihr Gewissen vielfach an den Partei-Nagel gehängt hatten.

Während dieser Zeit wurde mir im Zusammenhang mit meinen spirituellen Interessen, die ich auf Lanzarote in meinem dortigen Seminarzentrum ausleben konnte, klar, dass Parteiengezänk immer nur bedeutete, Recht haben zu wollen. Dieses Entweder-Oder war aber nicht eingesetzt, um etwas Höherem zu dienen, sondern hieß CDU oder SPD, hieß konservativ oder progressiv, hieß rechts oder links. Dies hielt ich für Schwachsinn, denn wie im Yin-Yang-Symbol angelegt, suchte ich in allem das Sowohl:Als auch. Dies wäre bei echten Gewissensentscheidungen sicherlich auch in CDU- und SPD-Politikern angelegt gewesen, doch die wurden auf Parteilinie eingeschworen und andernfalls kalt gestellt.

Politikverdrossenheit wurde daraus. Nicht nur bei mir. Zumal sich mehr und mehr zeigte, dass sich Lobbyisten aus allen Wirtschaftsbereichen der Parteien als Vehikel für ihre Interessen bedienten.

So war es gut, meinen Einfluss über meine eigenen Medien geltend zu machen, sich der Wahl von solchen ferngesteuerten „Volksvertretern“ zu enthalten. – Jetzt aber ist die Situation neu!

Das Paradoxon ist ja, dass der, der das Böse will, doch das Gute schafft, und dass erst durch dauernden Wandel die Dinge zur Ruhe kommen. Außerdem ist alles, was sich widerspricht, geeignet, etwas in EINklang zu bringen. Es kommt nur auf das Bewusstsein an und die Wachheit, die Argumente, die für die eine oder andere Partei gelten, vor dem Hintergrund der „ehernen Gesetze“ abzuwägen – und diese sind im Einzelnen, im einzigartigen Menschen angelegt. Jeder lebt in seiner Welt. DIE Welt gibt es nicht. So ist jeder seinem Wissen und Gewissen unterworfen.

Und hier beginnt mein Engagement für Politik neu. – Gerade ist eine neue Bundesregierung gewählt worden. CDU und SPD haben sich zusammengefunden, die Rechten und die Linken, wie es im Volksmund immer noch heißt. Das könnte ein sinnvoller Kompromiss sein, wenn man den Eindruck haben dürfte, dass einer dem anderen zuhört, dass man über Parteigrenzen hinaus in der Lage ist, sich von Parteizwängen zu lösen und sich auf Höheres zu beziehen: zuallererst auf Ethik, dann auf Religio, auf Verantwortung im Sinne von „ich und meine Umwelt sind eins“.

Daraus ergibt sich dann, die einzelnen Politiker hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit zu überprüfen, und sich dann einzumischen, wo durch einzelne, egal welcher Partei sie zugehören, das Gemeinschaftsinteresse unterwandert wird. Dieses Gemeinschaftsinteresse geht nicht zwingend von Mehrheiten aus, wenn es um ethisches Bewusstsein geht, wenn es um verantwortliches Handeln im Sinne der zehn Gebote und der Charta der Vereinten Nationen geht, und wo Lebensraum und ideelle Werte für persönliche Bereicherung vernichtet oder missachtet werden.

Vor diesem Hintergrund sind die Verhaltensweisen von Donald Trump und Horst Seehofer geeignet, sich im Spiegel dazu zu fragen, ob das Hochziehen von Mauern in Mexiko oder das Wiedereinführen von Grenzkontrollen für den Einzelnen nachzuvollziehende Maßnahmen sind, weil sie glauben, berechtigt Angst zu haben, oder weil sie Sicherheit als wesentlicher ansehen als die Bereitschaft, Risiko einzugehen, um Fremdes zu integrieren und einen Zugewinn damit über Zeit zu haben.

Ist die Liebe zum Leben nicht gleichzusetzen mit einer grundsätzlichen Offenheit für das Unbekannte?

Ist die Liebe zum Leben nicht gleichzusetzen mit einem absoluten JA zum Mitmenschen, zum Teilen mit diesem?

Ist die Liebe zum Leben nicht gleichzusetzen mit einem JA zu Donald Trump und Horst Seehofer, weil sie uns wachrütteln, das Weiße im Schwarzen und das Schwarze im Weiß zu integrieren?

Ist die Liebe zum Leben nicht gleichzusetzen mit der freiwilligen Übernahme von eigener Verantwortung für jene Entwicklungen in Parteien, in Personen und in Ländern, die aus egoistischen Motiven ausgrenzen und zum Abschuss freigeben?

Ich mische mich mal ein: Nach meiner Meinung wird es Zeit, dass Trump und Seehofer als Dogmatiker erkannt werden. Wer Dogmatismus nicht will, muss sie entmachten.

Herzlichst,

Wolfgang Maiworm

Hier kann ich nur Danke sagen für seine offene Darstellung über Politik heute. Wir brauchen auch in der Politik Spiritualität. Der Geist muss bei unserem Wirken dabei sein. Frieden geht ohne Liebe nicht. Wir alle wünschen uns doch so sehr Frieden in der gesamten Welt.