Die Forderungen des Personalrates sollte auch in der Bevölkerung des Ortsbeirates 8 große Unterstützung finden. Ich stehe hinter diesen Forderungen und werde Sie bei jeder Gelegenheit bekräftigen. Daher auch diese Info als Blogbeitrag.

Die Zusammenfassung des Personalrates zeigt die Unfähigkeit der bisherigen Stadtregierungen. Jeder will Bildung und macht große Versprechungen, nur dabei bleibt es. Auch die neue Stadtelternbeirätin, Julia Frank (Vorsitzende) hat eine große Forderungsliste, was alles schon lange hätte getan werden müssen. Das Lehrer in allen Bereichen fehlen, das ist nichts Neues. Die Forderungen nach Wlan sprich Umsetzung von Digitalisierung in den Schulungseinrichtungen ist seit Jahren überfällig. Derzeit gibt es ein Pilotprojekt für 14 Schulen und sechs Berufsschulen, es gibt aber noch etwa 145 andere Schulen.

Nur wer schult die Lehrer und Schüler im Umgang mit der Technik, wer wartet die Geräte, wer ist für was zuständig und wer trägt die Kosten für die Ausstattung aller Schulen. Wer kümmert sich um diese Angelegenheit? Fragen über Fragen sind offen. Eigentlich Hausaufgaben die schon erledigt sein sollten. Bis Ende 2021 müssen die Gelder aus dem Digitalpakt des Bundes abgerufen sein. Ein konkreter Plan wurde noch nie vorgestellt. Die Beteiligung der Lehrer an Digitalisierungskonzepten ist wünschenswert. Aktuelle Themen sind: Unterrichtsausfall, Lehrermangel, Überlastungsanzeigen oder der Übergang von der vierten Klasse in die weiterführenden Schulen. Auch die Zusammenlegung 1 und 2 Klasse findet immer mehr Kritiker. Der Unmut der Eltern in Frankfurt ist sehr groß!

Daraus ergeben sich diese Forderungen:

 Stopp und Rücknahme der Planungen auf der Grundlage der städtebaulichen Machbarkeitsstudie/Baumassenstudie des Dezernats für Bau und Immobilien!

 Sofortige Bereitstellung der Haushaltsmittel zur Erweiterung und Sanierung der beiden ERSen auf der Grundlage der Ergebnisse der Planungsphase 0! Eine Sanierungsdauer bis 2029 ist inakzeptabel!

 Schluss mit den Entscheidungen, die seit 10 Jahren die bekannte Flächen- und Raumnot der ESF immer wieder auf Kosten der ERSen lösen!

Eine räumliche Verdichtung würde die Zerstörung der Ergebnisse der Planungsphase 0 und den Verlust der größten Teile unserer pädagogischen Identität bedeuten.

Resolution der Personalversammlung der ERS II vom 28.01.2020 Keine erneute Erweiterung der Europäischen Schule Frankfurt auf dem Gelände der Ernst-Reuter-Schulen

Die Ernst-Reuter-Schulen, die in Teilen denkmalgeschützt sind, bestehen seit 50 Jahren. Die ERS II ist die größte integrierte Gesamtschule in Frankfurt. Jeder Jahrgang hat acht Parallelklassen mit jeweils 25 bis 27 Schülerinnen, zwei Intensivklassen und zwei Klassen im Rahmen der Berufsorientierung (BO). Mit der ERS I zusammen lernen auf dem Gelände der Ernst-Reuter-Schulen über 1.800 Schülerinnen. Dieses Schulzentrum ist das städtebauliche Zentrum der Nordweststadt und ein Ort der Bildung, Kultur und des Sports für die Kinder und Jugendlichen, für die Bevölkerung und die Vereine. Beide Schulen standen von Anfang an für Chancengleichheit, Integration und Inklusion. Im Jahr 2001 wurde im Zuge der Neugründung der Europäischen Schule Frankfurt (ESF) den Ernst-ReuterSchulen und Vereinen die Bezirksportanlage (Fußballfeld mit 400m-Laufbahn usw.) weggenommen. Durch die Neugründung kam es zu einer katastrophalen Verkehrssituation im Praunheimer Weg, in der Zufahrt zu den Ernst-Reuter-Schulen und ihrem Parkplatz. Dies stellt für die Schulgemeinde und den Stadtteil schon lange eine enorme Belastung und ein massives Problem für den Transport der Schülerinnen mit Beeinträchtigungen dar. In den Jahren 2014/15 folgte gegen den heftigen Widerstand der Schulgemeinde im Zuge der Erweiterung der ESF ein Verlust einer weiteren Fläche von geschätzten 4000 m² einschließlich der zwei Traglufthallen, was schon damals höchst problematisch war. Die Bedingungen für den gemeinsamen Sportunterricht als wichtige Säule der inklusiven Beschulung von ca. 120 Schülerinnen mit Förderanspruch wurden seitdem extrem erschwert. Das Versprechen eines Flächenersatzes durch die sich an das Schulgelände anschließende „Hundewiese“ wurde nie eingehalten!! Im August 2018 sah sich die Schulgemeinde mit einem weiteren Angriff seitens der Stadt konfrontiert, gegen den es sich zu wehren galt. Aus einer Beschlussfassung der Stadtverordnetenversammlung konnte gefolgert werden, dass die Lehrschwimmhalle der Ernst-Reuter-Schulen nicht mehr renoviert bzw. neu gebaut wird, sondern komplett wegfallen soll. Erst nach massiven Protesten wurde diese Entscheidung zurückgenommen und die Sanierung bzw. ein Neubau zugesagt. Im Herbst 2019 nun konfrontierte der Dezernent des Amtes für Bau und Immobilien (ABI) Jan Schneider die ERSen und die ESF mit einer Machbarkeitsstudie, die eine Erweiterung der ESF am jetzigen Standort vorsieht. Wie in all den Jahren zuvor erfuhren dies die Schulen und die örtlichen Vertreter aus Politik und Sport aus der Presse, nachdem ohne Wissen der Schulleitungen das Gelände inspiziert worden war. Nach den Plänen der Stadt würden die Ernst-Reuter-Schulen 25 bis 30 % ihrer Fläche verlieren. Auch dafür wurde als Ersatz wieder einmal die bereits erwähnte „Hundewiese“ genannt, deren mögliche Bebauung unter anderem aufgrund der Planungen der Westtangente in nächster Zeit ausgeschlossen ist. Ganz zu schweigen von den Baumaßnahmen der Westtangente, die für erhebliche Beeinträchtigungen sorgen werden. Mit der zukünftigen Gestaltung der derzeit vorhandenen Fläche, die bereits mehrmals für Bau und Erweiterung der Europäischen Schule Einbußen hat hinnehmen müssen, hat sich eine Gruppe von Eltern, Schülerinnen und Lehrerinnen der beiden Schulgemeinden von Mai 2016 bis Juni 2017 im Rahmen der Planungsphase 0 befasst. Grundlage der dort getroffenen Festlegungen waren das bestehende Schulkonzept, insbesondere pädagogische Notwendigkeiten der inklusiven Beschulung, des Umweltlernens und des Garten- und Landschaftsbaus unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes, denn unsere pädagogische Arbeit können wir nur im Zusammenspiel mit dem weitläufigen Gelände der ERS II umsetzen.

Durch die verschiedenen Gebäudetrakte können wir Aufenthaltsräume für bestimmte Jahrgangsgruppen definieren, innerhalb derer sich die Schülerinnen leicht orientieren können und sich gut aufgehoben fühlen. Für Schülerinnen mit Behinderungen, die häufig eine sensible Wahrnehmung haben, stehen Rückzugs- und Therapieräume zur Verfügung. Auch deshalb konnte die ERS II ein vorbildliches Konzept zur inklusiven Beschulung von Schülerinnen mit einer geistigen Behinderung entwickeln. Die naturnahe Gestaltung des Geländes der Ernst-Reuter-Schulen ermöglicht es uns, ein vielfältiges Angebot im Bereich des Umweltlernens zu entwickeln. Es werden an unserer Schule viele Projekte durchgeführt, die sich mit den Themen Nachhaltigkeit, Umwelt, Natur und Tierschutz praxisnah beschäftigen. Neben dem eigentlichen Schulgarten, der zu den größten Hessens gehört und in diesem Zusammenhang vielfältig u.a. für gewässerökologische Untersuchungen, Anbau und Ernte von Gemüsesorten bis hin zur allgemeinen Nutzung als grünes Klassenzimmer Verwendung findet, existieren weitere intensiv genutzte Grünflächen. Beispielsweise befindet sich auf dem Gelände zwischen den Sporthallen unsere Hühnerhaltung. Sie ist Teil unseres Arche-Projektes zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen. Weiterhin sind hier Teile unserer Imkerei und die Verkaufsfläche für Weihnachtsbäume aus dem Spessart zu finden. Mit dem Verkaufserlös werden Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen unterstützt. Hinter der großen Sporthalle gibt es weitere Grünflächen, auf denen unsere Schülerinnen seit Jahren forschend-entwickelndes Lernen praktizieren, wie es in einem Fachraum nicht möglich ist (Meisenprojekt). Ferner ist seit über 25 Jahren das Projekt Garten- und Landschaftspflege in Zusammenarbeit mit dem Grünflächenamt auf dem Schulgelände beheimatet. Es ist wesentlicher Bestandteil der Berufsorientierung (BO) und ermöglicht Schülerinnen mit und ohne Förderbedarf unter möglichst realen Bedingungen betriebliche Abläufe kennenzulernen und Kompetenzen in den Bereichen Handwerk und Technik zu erwerben. Auf dem Gelände der Ernst-ReuterSchulen ist darüber hinaus der „Garten der Begegnung“ projektiert und von allen städtischen Gremien bereits genehmigt. Er soll zu einem fächerübergreifenden Begegnungs-, Erlebnis- und Lernort für alle Mitglieder der Schulgemeinde und des Stadtteiles werden. Für die naturnahe Pflege und Gestaltung der schulischen Flächen werden wir seit Jahren als „Umweltschule Hessen“ vom Hessischen Kultus- und Umweltministerium ausgezeichnet. Sicher ist, dass es mit Umsetzung der in der Machbarkeitsstudie dargelegten Planungen auf dem bebauten Gelände der Ernst-Reuter-Schulen zu einem massiven Verdichtungsprozess käme. Insbesondere ein großer Komplex im Norden des Geländes, der nach den Planungen des ABI wohl für Sporthallen vorgesehen ist, nimmt dort großen Raum ein. Dadurch fänden die in der Zukunftswerkstatt projektierten Bereiche für das Schultheater-Studio bzw. die Räume für die Ausbildung der Lehrkräfte für den Bereich Darstellendes Spiel, das Musikzentrum und die Aulen für beide Schulen keinen Platz mehr. In den Plänen der Machbarkeitsstudien fehlen weiterhin die von der Zukunftswerkstatt vorgesehenen Zentren für Naturwissenschaft und Soziales. Letzteres soll der Unterstützung von Inklusion durch die schon genannten Rückzugs-, Arbeits-, und Therapieräume, der Berufsorientierung und der Schulsozialarbeit dienen. Mit dem von der Stadt geplanten Abriss statt einer Erweiterung des Poggibonsis würden wir als Schule im Ganztagsprofil 2 auf Jahre nicht nur die Schulmensa, sondern auch die Räume für die Orchesterarbeit, die Tonwerkstatt und das BO-Office und damit auch den zweiten von drei BOArbeitsbereichen verlieren. Hinzu kommt der weitere Verlust von Hallenkapazitäten – Die ehemaligen Traglufthallen, die den ErnstReuter-Schulen wieder zugesprochen waren, tauchen in den neuen Planungen nicht mehr auf, vielmehr sollen offensichtlich die genutzten vier Hallen zuzüglich der Gymnastikhalle durch drei ersetzt werden. Diese Verdichtung ist für die Schülerinnen im Autismus-Spektrum oder mit anderen Wahrnehmungsbeeinträchtigungen unerträglich.
Bei einer schon jetzt fast lückenlosen Auslastung stellt sich die Frage, wer in Zukunft auf Stunden verzichten soll und wie ausreichend Hallenkapazität für die Vereine zur Verfügung gestellt werden kann. Diese Machbarkeitsstudie ist ein weiterer und schwerer Schlag ins Gesicht für die Ernst-Reuter-Schulen und den gesamten Stadtteil. Nach der Zerschlagung des gemeinsamen Unterrichts, der in multiprofessionellen Teams die Förderung aller Schüler*innen leistbar und möglich gemacht hat und der statt einer Weiterentwicklung durch ein Sparpaket mit Namen „Inklusive Beschulung“ ersetzt wurde und dem sich daran anschließenden und dauerhaft für Überlastung sorgenden Kampf um Ressourcen, die unserer Schule für alle dringend benötigt, sind diese Pläne der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Daraus ergeben sich diese Forderungen:

 Stopp und Rücknahme der Planungen auf der Grundlage der städtebaulichen Machbarkeitsstudie/Baumassenstudie des Dezernats für Bau und Immobilien!

 Sofortige Bereitstellung der Haushaltsmittel zur Erweiterung und Sanierung der beiden ERSen auf der Grundlage der Ergebnisse der Planungsphase 0! Eine Sanierungsdauer bis 2029 ist inakzeptabel!

 Schluss mit den Entscheidungen, die seit 10 Jahren die bekannte Flächen- und Raumnot der ESF immer wieder auf Kosten der ERSen lösen!

Eine räumliche Verdichtung würde die Zerstörung der Ergebnisse der Planungsphase 0 und den Verlust der größten Teile unserer pädagogischen Identität bedeuten.

Für die Personalversammlung der Ernst-Reuter-Schule II

         Katja Weber     Personalratsvorsitzende 

Die Personalversammlung der Ernst-Reuter-Schule 1 unterstützt diese Resolution in vollem Umfang.

Für die Personalversammlung der Ernst-Reuter-Schule 1

         Nadja Karbek      Personalratsvorsitzende