Der neugeplante Stadtteil an der A5 tut den Menschen nicht gut!

Hier ein Beitrag unseres Vorsitzenden Michael Weingärtner, FREIE WÄHLER FRANKFURT.

Frankfurt wächst…

Frankfurt wächst und wächst und wächst.

Daher fordert der amtierende Oberbürgermeister Peter Feldmann schon seit Jahren: Bauen, bauen, bauen. Und das geschieht ja auch in Frankfurt. Es wird gebaut. Büros, Wohnungen, Autobahnerweiterungen, Stadtteile. Das klingt erst mal alles traumhaft. Wären da nicht die Schattenseiten des Wachstums und der Stadtpolitik. Während bei all dem Bauboom, dem Wachstumsboom der Stadt die Investoren und Spekulanten auf der Gewinnerseite sind, so gibt es auch eine große Zahl an Verlierern, bei diesem Spiel. Der einfache Bürger, der auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung ist. Die Studenten, die händeringend eine Unterkunft suchen und die horrenden Mietpreise in Kauf nehmen müssen, um der geforderten Bildung nachkommen zu können. Es wird gebaut und expandiert, doch nicht für alle. Frankfurt muss man sich leisten können, scheint als ein zweideutiger Satz, zugleich traurige Realität zu sein. Und diese Teufelsspirale scheint sich immer schneller zu drehen, betrachtet man die Preissteigerungen auf dem Frankfurter Immobilienmarkt. Aber das ist ja nur ein Teil der Frankfurter Wachstumsgeschichte. Der öffentliche Personen-Nahverkehr steckt ebenso tief im Schlamassel und kommt der wachsenden Einwohnerzahl nicht mehr hinterher. Ein Streckennetz, dass 50 Jahre alt ist, kann den wachsenden Bedarf an Taktzeiten kaum mehr standhalten. Verspätungen sind oberirdisch, wie unterirdisch ein Stück Normalität geworden. Umsteigzeiten und Taktfrequenzen, sowie überfüllte Bahnen und hohe Preise, machen diesen ÖPNV unattraktiv für viele potentielle Nutzer. Also bleibt das Auto, trotz hoher Spritpreise, eine wertvolle Alternative. Hier bekommen wir nun mit dem Feinstaub ein neues Problem. Auch das Straßennetz ist in die Jahre gekommen und kann nicht mehr den Bedürfnissen der steigenden Nutzerzahl nachkommen. Frankfurt erstickt! Im Feinstaub, im Verkehr und teilweise im Dreck. Und immer noch hallt die Forderung durch die stickige Luft: Bauen, Bauen, Bauen – Wachsen, Wachsen, Wachsen. Doch wohin bauen? Im Norden, dem Pfingstberg? Im Nord-Westen, in Richtung Steinbach? Überall gutes Ackerland und sehr viel Wiederstand! Und bis ein eventuell neuer Stadtteil bezugsfertigt ist, vergehen Jahrzehnte. Nachverdichtung wäre eine Lösung. Doch die Flächen, die man hier nutzen könnte sind eben auch endlich. Doch es gibt in der Tat noch „Brachflächen“ in Frankfurt, die man sich zu nutzen machen könnte. Auch ein Angebot von einzelnen Lebensmitteldiscountern klingt verlockend. Wir müssen auch in Betracht ziehen, dass wir Verkehrsflächen umwandeln. Gerade die neue (alte) Regionaltangente West böte hier eine Chance. Während dieser planerische Dinosaurier nun Gestalt annimmt und immer wieder auf Wiederstand stößt, stellt sich die entscheidende Frage, warum man nicht unter die Erde geht. Warum gönnen wir uns den Luxus und bauen einen solchen neuen Verkehrsweg über die Erde, wo doch genau dort der Platz so knapp ist? Warum verlegen wir auf lange Sicht nicht unser Schienensystem, zumindest im Ballungsraum, unter die Erde? Auch die Schienenerweiterung von Frankfurt nach Friedberg böte hier ein riesiges Potential an freiwerdender Fläche, würde dieser Schienenweg unter die Erde verschwinden. Ebenso unsere Durchgangsstraßen, wie zum Beispiel die A 661 und die A 5. Diese Autobahnen stoßen, trotz Ausbau in jüngster Vergangenheit, schon wieder an ihre Grenzen und zerschneiden Frankfurt. Stellen sie sich nur die Fläche einer Überbauten A 661 vor, wie viel Wohnraum hier entstehen könnte. Die Abgase der „unten fahrenden“ Fahrzeuge würde abgesaugt und gereinigt wieder zu Tage kommen, so dass wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen würden: Wohnraum und gereinigte Luft! Und bei dieser Autobahn wäre ein „Überbauen“ quasi im laufenden Betrieb möglich.

Ein weiteres Problem dieser wachsenden Stadt ist die Ver- und Entsorgung. Wir nehmen dieses Problem nicht wirklich wahr, weil bei uns der Strom aus der Steckdose kommt und das Wasser aus dem Wasserhahn. Aber auch hier ist das Versorgungsnetz irgendwann an seinen Grenzen. Wie lange reichen unsere Kläranlagen noch aus, um die Hinterlassenschaften seiner Einwohner ordentlich entsorgen zu können? Gibt es hier Analysen, wie viel Einwohner die Stadt noch vertragen kann, bevor sprichwörtlich das Klärbecken überläuft? Auch das Stromleitungsnetz wird irgendwann den Ansprüchen nicht mehr genügen. Wann wird dies soweit sein?

Die Schulen platzen aus allen Nähten. Hier stauen sich die Investitionsnotwendigkeit schon über viele Jahre.

Wir FREIE WÄHLER stellen daher die Frage:

Sind 800.000 Einwohner nicht genug für Frankfurt?

Wir FREIE WÄHLER sind der Meinung, dass Frankfurt mal eine Verschnaufpause braucht, um den Anforderungen für die Zukunft gerecht zu werden. Frankfurt kann das nicht alles im Alleingang stemmen. Das Umland, die Region muss und kann hier unterstützen. Die Last auf viele Schultern zu verteilen macht hier durchaus Sinn.

Wenn Sie auch diese Initiative unterstützen wollen, wählen Sie am 28.10.2018 bei der Landtagswahl Hessen mit Ihrer

Zweitstimme: FREIE WÄHLER

Erststimme: den Direktkandidaten der FREIE WÄHLER; 

Im Wahlkreis 35 Frankfurt II Karlheinz Grabmann 

 

Aktuelles in Sachen Neubaugebiet an anderer Stelle:

Römerhof-Planungen werden konkreter  Quelle FNP 01.10.2018

Das Gewerbegebiet am Römerhof soll in ein Wohnviertel verwandelt werden. Den Auftakt bildet das Gelände des Busbetriebshofs.

Frankfurt. Die Fehler bei der Planung des Europaviertels will die Stadt in Bockenheim nicht wiederholen. Südlich des Rebstockparks zwischen Kleingärten und der Straße Am Römerhof wird eine 29 Hektar große Fläche neu geplant. Aus dem Gewerbegebiet soll schrittweise ein neues Stadtviertel werden: das Römerhof-Quartier mit insgesamt etwa 2000 Wohnungen. Einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss hat der Magistrat nun abgenickt. Stimmt auch die Stadtverordnetenversammlung zu, kann das planungsrechtliche Verfahren formal beginnen.

„Es soll ein komplettes Stadtviertel entstehen – mit einer gemischten Nutzung, viel Grün drumherum, wohnungsnahen Läden zur Nahversorgung in den Erdgeschossen, einer Grundschule und einem Gymnasium, mehreren Kitas und einem zentralen Platz für Wochenmärkte und andere Veranstaltungen“, erklärt Planungsdezernent Mike Josef (SPD) die Ziele.

Im Römerhof-Quartier sollen „im Sinne der europäischen Stadt Blockrandstrukturen mit großzügigen begrünten Straßenräumen und ruhigen Innenhöfen“ entstehen. Die Straße Am Römerhof soll die zentrale Zufahrtsstraße bilden und zum Boulevard werden. „Dabei streben wir eine städtebauliche Dichte sowie großzügige Straßenräume an, die tatsächlich Urbanität und städtisches Leben schaffen“, betont Josef. Also genau das bieten, was im viel kritisierten Europaviertel nicht gelungen ist.

„30 Prozent oder – wenn die ABG baut – 40 Prozent der Flächen sollen als geförderter Mietwohnungsbau errichtet werden“, verspricht Josef. „Zudem werden bis zu 15 Prozent der Flächen für gemeinschaftliches und genossenschaftliches Wohnen zur Verfügung gestellt.“

Das Plangebiet umfasst die gewerblichen Nutzungen entlang der Straße Am Römerhof sowie Sportflächen und den Omnibus-Betriebshof sowie den Gebrauchtwagenhandel südlich der Straße. Auch der TÜV Hessen und das Service-Zentrum „Rund ums Auto“ des Ordnungsamtes sind dort bislang untergebracht.

„Wir möchten den städtischen Omnibus-Betriebshof innerhalb des Stadtgebietes verlagern, um eine wohnbauliche Entwicklung nahe der Innenstadt gelegenen Areal zu ermöglichen“, erklärt Planungsdezernent Josef. „Durch die Verlagerung können etwa fünf Hektar freigeräumt und zum Wohnen genutzt werden. Die Bebauung der frei werdenden Flächen soll den Auftakt für die Entwicklung des Römerhof-Quartiers bilden.“ Es sei vorgesehen, das Quartier abschnittsweise zu entwickeln. Perspektivisch soll die Stadtbahn U 5 dorthin verlängert werden und dazu beitragen, die Straße Am Römerhof zu beleben.

Das Bebauungs- und Nutzungskonzept für den neuen Stadtteil wird in einem kooperativen Verfahren ermittelt. Ein erster mehrtägiger Workshop in Zusammenarbeit des Instituts für Stadtbaukunst mit dem Stadtplanungsamt hat bereits stattgefunden. Im weiteren Verfahren werden die Bürger in die Planung eingebunden. Zu einzelnen Bauabschnitten, Häusern und Plätzen sollen architektonische Wettbewerbe ausgelobt werden, wenn die Flächen konkret zur Bebauung anstehen. red