Hier vertrete ich zu 100% die Auffassung meines Partei-Kollegen Thomas Schmitt zum Thema Neubau von Schulen, Kitas und Horte. Wir brauchen gute und schnelle Lösungen. Gesunde Luft zum Atmen – Stoßlüftung – ist mir wichtiger als Einsparung von Strom.

Hier der Beitrag von Thomas Schmitt:

meine Rede betreff des Neubaus von Schulen, Kitas und Horte.

Stadtverordneter Thomas Schmitt, FRAKTION:

Sehr geehrte Frau Vorsteherin,
meine Damen und Herren!

Die Wohnungsbaugesellschaft GWW hat 2016 in der Landeshauptstadt Wiesbaden einen Test durchgeführt, wobei in direkter Nachbarschaft ein Passivhaus und ein Haus nach Energieeinsparverordnung, EnEV, errichtet wurden. Die Ergebnisse der Studien kamen zu dem Schluss, dass trotz Passivhausstandards kaum Einsparungen in der Energiebilanz festzustellen waren. Dies wurde vor allem auf die fehlerhafte Nutzung der Bewohnerinnen und Bewohner im Hinblick auf die Belüftungs- und Heizanlagen zurückgeführt. In einer klimatischen Stresssituation, wenn zum Beispiel ein Klassenraum von 30 Personen genutzt wird, kann die Lüftung eines Passivhauses schnell an ihre Grenzen geraten.

So ist das bekannte Durchlüften in einer Schulpause zur schnellen Verbesserung der Luftqualität des Klassenraums jedoch als fehlerhaftes Verhalten anzusehen, in vielen Fällen aber dringend notwendig, um in kurzer Zeit einen Luftaustausch im Klassensaal herzustellen. Fehlerhaftes Verhalten zur Optimierung der Unterrichtsbedingungen und Passivhausstandard geraten hier in einen Konflikt, welcher die Frage aufwirft, ob der Standard für Einrichtungen wie Schulen und Turnhallen tatsächlich sinnvoll ist.

Dass die GRÜNEN ihr Gebiet nicht verlassen wollen und sagen, das ist alles so schön und wir haben es auch beschlossen und es steht im Koalitionsvertrag, denen möchte ich einmal sagen, alle, die wir hier anwesend sind, sind von den Wählern, den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt, von diesen im Moment 725.000 registrierten Einwohnern, die hier Kinder haben und einen Kitaplatz suchen, die zu wenig Kitas und auch zu wenig Schulen haben, gewählt worden. Für was sind wir gewählt worden? Für was haben wir ein Mandat bekommen, egal, ob wir auf dieser Seite oder dieser Seite sitzen? Wir haben ein Mandat bekommen, damit die Bürgerinnen und Bürger, die hier sind, sich wohlfühlen, ihre Kinder unterkommen, versorgt sind und eine schulische Ausbildung genießen.

Wenn ich jetzt höre, dass das Einsparpotenzial beim Passivhaus bei 30 Prozent liegt und wir das per se machen, obwohl wir beim Bau von Schulen hinten dran sind, wie die Bildungsdezernentin bestätigen kann, da viele Schulen dort gebaut werden müssen, wo gerade eine neue entstanden ist, wie die Belagerungsstätten am Riedberg und so weiter zeigen, wo die Zahlen der Kinder, die dort gemeldet sind, exorbitant hoch sind, sodass schon wieder ein Anbau hergerichtet werden muss oder irgendetwas anderes, dann sage ich, wir müssen doch Abhilfe schaffen und nicht nur nach dem Modell, wir sind so toll und so grün und wir sind eine wunderbare Stadt – das sind wir, natürlich sind wird das -, handeln, denn wenn ich drei Schulen bauen kann oder drei Kitas für das Geld von zwei, dann ist das doch – wenn wir nicht schnell genug mit dem Bauen nachkommen – für die Eltern sinnvoll, die ein Problem haben, vielleicht sogar ihre Jobs aufgeben müssen, weil sie alleinerziehend sind und keinen Kitaplatz bekommen. Dann ist es für mich doch wichtig, da die Priorität zu setzen und nicht, ob es sich in zwei, drei Jahren irgendwie, irgendwo rechnet, dass fünf Prozent für irgendetwas eingespart worden sind.

Ich habe selbst leider keine Kinder. Ich versetze mich immer nur in die, die es betrifft, und da sage ich doch, habt Mut zum Nachdenken, Passivhausstandard ist grundsätzlich nicht zu verurteilen, aber bei diesen Sachen ist es ganz wichtig, dass wir sie aus den besagten Gründen nicht machen.

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