Ich habe mich in den letzten Jahren intensiv mit Leitungswasser trinken beschäftigt. Da wir diesen Monat ein neues EU- Datenschutzgesetz bekommen, wollte ich mich vor Abmahnungen schützen, denn das ist nicht lustig. Es trifft immer nur die Kleinen. Alle meine Webseiten die ich mit Herzblut aufgebaut habe und mit über 3.000 Blogartikel beschrieben haben sind stillgelegt.

Das Wissen um unser Leitungswasser ist mir geblieben. Unser Schutz reicht oft nicht mehr aus. Daher das heutige Mail an unsere Ministerin Frau Schulz. Die Aktion können Sie gerne auch unterstützen:https://aktion.bund.net/rette-unser-wasser?utm_source=kampmail_aktivierung&utm_content=cta5&utm_campaign=WRRL&utm_medium=email

Sehr geehrte Frau Schulze,

ich bin entsetzt, wie die EU-Mitgliedsstaaten mit unserem Wasser umgehen. Die Länder hatten sich in der EU-Wasserrahmenrichtlinie darauf geeinigt, bis 2015 für alle Gewässer einen „guten Zustand“ zu erreichen. Diese Frist wurden nicht eingehalten, also wurde sie verschoben – auf 2027. Und auch diese Frist steht nun wieder auf dem Spiel? Ich kann es nicht fassen.

Am 20./21. September stimmen die EU-Länder ab, ob die Wasserrahmenrichtlinie mit ihrer Frist bis 2027 erhalten bleibt oder ob die Wasserschutzgesetze geändert werden. Sollten sie geändert werden, ist zu erwarten, dass die Frist schon wieder verschoben und der europäische Wasserschutz im schlimmsten Fall sogar abgeschwächt wird.

Dies ist auch Ihre Entscheidung, Frau Schulze. Sie haben die Verantwortung für die Stimme Deutschlands. Sie müssen sich entscheiden: Wollen Sie Ihre Chance als neue deutsche Bundesumweltministerin nutzen und unser Wasser schützen? Und damit unsere Umwelt, die Tiere und auch uns Menschen? Oder wollen Sie die Untätigkeit der bisherigen Politik und die Macht von Industrie- und Agrar-Lobby decken und mitverantwortlich sein für die weitere Zerstörung der europäischen Gewässer und den miserablen Zustand unseres Wassers?

Sie stehen jetzt vor dieser immens wichtigen Entscheidung. Die vorherige Bundesregierung hat viel zu wenig getan, um den Wasserschutz in Deutschland zu verbessern. Sie können dies jetzt ändern und die Zukunft unseres Wassers sichern.

Der Zustand unserer Gewässer ist beängstigend. Über 90 Prozent unserer Seen und Flüsse sind in einem erbärmlichen Zustand. Vor allem unsichtbare Belastungen bedrohen die Wasseridylle: Nitrat und Pestizide aus der Landwirtschaft, Schadstoffe aus der Industrie und Mikroplastik aus Duschgel, Kunstfaserkleidung und Plastikprodukten. Bebaute und begradigte Gewässer bieten außerdem kaum Lebensraum für Fische, Insekten, Fischotter und Frösche. Auch die Auen mit ihrer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt verschwinden. Der Artenrückgang ist dramatisch. So hat das Leben keine Chance.

Daher fordere ich Sie auf, sich in der Bundesregierung uns auch auf europäischer Ebene für den Schutz unseres Wassers stark zu machen.

Folgende Maßnahmen müssen ergriffen werden, damit die Qualität unseres Wassers endlich verbessert und für die Zukunft gesichert werden kann:

1. Stimmen Sie – vertreten durch Ihren Wasserdirektor – bei der EU-Wasserkonferenz am 20./21. September in Wien für den Erhalt der Wasserrahmenrichtlinie und die Einhaltung der Frist 2027.

2. Sorgen Sie als Sofortmaßnahme für die Einführung verpflichtender Gewässerrandstreifen mit einer Mindestbreite von zehn Metern.

3. Erstellen Sie gemeinsam mit den beteiligten Bundesministerien einen Aktionsplan für sauberes Wasser in den Bundeswasserstraßen Rhein, Donau und Weser.

Ihr Bekenntnis zur Wasserrahmenrichtlinie kann die Zukunft unserer Gewässer sichern und die Staaten Europas endlich zum Handeln zwingen. Es darf keine Lösung sein, die Frist zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie immer weiter zu verschieben. Deutschland muss jetzt Vorbild sein. Wir müssen jetzt mit Nachdruck in die Umsetzung gehen, um zu retten, was noch zu retten ist!

Wie Sie sicherlich wissen, müssen wir vor allem im Bereich Landwirtschaft beginnen, mehr für die Gesundheit unserer Gewässer zu tun. Als einen Schritt zum Schutz unserer Gewässer vor Nitrat und Pestiziden benötigen wir dringend verpflichtende Gewässerschutzstreifen zwischen Feldern und Gewässer. Diese dürfen eine Mindestbreite von zehn Metern nicht unterschreiten. Darüber hinaus muss das Bundesumweltministerium endlich Verantwortung für die großen Wasserstraßen übernehmen und mit den Flüssen Rhein, Donau und Weser beginnen.

Frau Schulze, wir brauchen endlich wieder Quellen des Lebens statt Qualen für Lebewesen und Umwelt. Ich bitte Sie, setzen Sie sich für einen starken Wasserschutz in Deutschland und Europa ein. Retten Sie unser Wasser!

Mit freundlichen Grüßen

Karlheinz Grabmann