Leider konnte ich an dieser Veranstaltung wie nachstehend erwähnt nicht teilnehmen, wo Daniel Fuhrhop einen Vortrag hielt. Ich denke es wird nicht der letzte in Frankfurt gewesen sein. Übrigens soll unser Stadtplaner Mike Josef sich Rat bei seinem Hamburger Kollegen gerade holen. Ich war auf der Konferenz für Vielfalt im Wohnungsbau am 15.03.2018 in Frankfurt und da haben sich beide SPD-Herren auf ein Treffen geeinigt. Hamburg hat Jahre Vorsprung vor Frankfurt und schafft auch bezahlbaren attraktiven Wohnraum für 10,00 Euro. Hamburg bekämpft auch Leerstände und nimmt sein Vorverkaufsrecht wahr. Frankfurt befriedigt Investoren!

Infos zur Konferenz: http://freie-waehler.karlheinzgrabmann.de/konferenz-fuer-vielfalt-im-wohnungsbau-am-15-03-2018-in-frankfurt/

Unter der Kategorie „Baustopp Neubaugebiete Frankfurt“ finden Sie reichlich Informationen zum Baustopp. http://freie-waehler.karlheinzgrabmann.de/category/neubaugebiete-frankfurt/

 

Warum Frankfurt keinen neuen Stadtteil braucht!

Resümee der Veranstaltung am 14. Mai im Café Mutz mit Daniel Fuhrhop

Wer nicht da war, hat was verpasst!

In erster Linie Daniel Fuhrhop, der überzeugt nicht nur durch Expertise. Sein Vortrag ist kurzweilig, smart, anregend und lebendig.

Wer nicht dabei sein konnte, sollte sich zumindest seine Bücher kaufen http://www.daniel-fuhrhop.de/buecher/. Seine dichte Sicht auf den Stadtwandel lohnt sich:

Ein kurzer Abriss für diejenigen, die nicht dabei sein konnten.

In einer ökologischen Gesamtenergiebetrachtung ist der Altbau dem Neubau stets vorzuziehen. Beide Herangehensweisen haben ihre eigenen Risiken. Wird Altbau jedoch saniert, so sind diese Risiken viel präziser einzuschätzen wie bei einem Neubau. Der Recycling Gedanke sollte auch im Bauwesen in unseren Köpfen greifen. So ist es also keineswegs ökonomisch rational Neubau zu schaffen – vielmehr ist die Forderung nach Neubaugebieten vom derzeitigen Anlagedruck der Immobilienfonds befeuert. Es geht um Betongold und um Rendite, um Spekulation und Gewinne. Dies führt zu allem, aber nicht zu bezahlbarem Wohnraum!

Dabei gibt es in anderen Ländern Vorbilder bspw Österreich, wo mehr als 200.000 Sozialwohnungen alleine in Wien in kommunalem Besitz sind.

Ein Blick auf die letzten Jahre zeigt, dass die Anzahl der Wohnungen in Deutschland von 35 Millionen im Jahr 1993 bis 2016 auf 41 MIo. gestiegen ist. Das sind 6 MIo. Wohnungen mehr für ca 12 Mio. Menschen. Die Bevölkerungsanzahl vergleichsweise dazu ist jedoch nur geringfügig gewachsen …

Wir haben also keinen Wohnraummangel…

Wir haben ein schiefes Bild in Deutschland in der Verteilung der Menschen. Es stellt sich die Frage wo und wie wohnen?

Es gibt eine Fülle von Instrumenten, die der Stadt Frankfurt zur Verfügung stehen, um gegen zu steuern, wenn sie das denn auch wollte. Ganz banale einfache Dinge, die es eigentlich verbieten überhaupt an die Versiegelung neuer Flächen auch nur zu denken. Das sind alles elementare Aufgaben, die die Stadt Frankfurt seit Jahren nicht umsetzt. Wir haben hier an dieser Stelle schon häufig diese Punkte benannt. Die Arbeitsmethodik der Stadt Frankfurt ist fatal und fahrlässig.
Darüber hinaus setzt auch der Bund, mit bundesweit mehr als 800 Förderprogrammen allein für Neubauten, leider noch immer die falschen Anreize.

Wie wir als Gesellschaft in Zukunft leben möchten ist ein hochkomplexes Unterfangen, dass die Steuerung aller verlangt. Die Politik muss dringend handeln, aber auch die Bürger müssen sich hinterfragen, was sind ihre Bedürfnisse und diese Änderungen in die Planung einfließen lassen. Die Politik Frankfurts braucht dringend eine Korrektur. Statt die Gesellschaft zu spalten und einzubetonieren, müsste sie sich öffnen für eine breite Range an möglichen Lebensvarianten unter der Prämisse Netto Null Flächenversiegelung. Es gibt genügend Inspiration und Anschauungen bereits. So zum Beispiel das Genossenschaftsprojekt WagnisArt in München, das es selbst im teuren München schafft, bezahlbaren Wohnraum für sozial Schwache mitzufinanzieren. Auch weitere private Wohnungsgesellschaften bieten neue echt soziale Modelle an, die im Gegensatz zu der verheerenden Geschäftspraxis spekulierender städtischer Wohnbaugesellschaften – und dem gefährlichen SPD Mantra : Bauen, Bauen, Bauen – Beton, Beton, Beton – siehe auch ABG Frankfurt – genau diesen Kernaspekt erfüllen: statt Luxuswohnraum und die Spekulation anzuheizen – sozialen Wohnraum zu schaffen!

Der Beitrag wurde von Feldpartisan erstellt und auf Facebook gepostet. Vielen Dank an die Autorin!

Im Wahlkreis 35 Frankfurt II kann die Bevölkerung bei der Landtagswahl Hessen am 28.10.2018 ein Zeichen für den Baustopp setzen und Karlheinz Grabmann wählen. Ich garantiere mich für die Belange in den Stadtteilen einzusetzen, dazu gehört auch dieser Baustopp!
Bauen ist zum Wahlkampfthema geworden. Die Ansichten spalten die Gesellschaft. Hier Infomationen aus dem Pressealltag:

Zu wenig und zu teuer

Die Wohnungspolitik ist für alle Parteien eines der Top-Themen im Landtagswahlkampf. Kein Wunder, denn gerade im Ballungszentrum Rhein-Main sind bezahlbare Wohnungen auch für Durchschnittsverdiener knapp – aber nicht nur dort.

VON EVA KRAFCZYK

Frankfurt. Kräne und Bauzäune bestimmen in vielen Teilen Frankfurts das Stadtbild, doch die Frankfurter Altenpflegerin Almuth Meyer zweifelt, dass sie sich eine Wohnung in einem der neuen Apartmenthäuser leisten kann. Viele der neuen Wohnungen haben einen höheren Standard als ihre Mietwohnung in einem Haus aus den 1950er Jahren – und einen höheren Preis. Neuer Wohnraum wird in der Mainmetropole dennoch dringend benötigt.

Im vergangenen Jahr stieg die Frankfurter Wohnbevölkerung um fast 11 500 Menschen, voraussichtlich im Herbst erreicht die Stadt die Marke von 750 000 Einwohnern. Vor zehn Jahren hatte Frankfurt noch 100 000 Einwohner weniger, und Städteplaner stellen sich auf weiteres Wachstum ein.

Wer aus privaten Gründen oder wegen eines Jobwechsels nach Frankfurt zieht, steht erst einmal vor einem Problem: Für Normalverdiener ist es äußerst schwer geworden, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Die Mieten zählen zu den höchsten der Bundesrepublik. 13 bis 15 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter sind normal, deutlich teurere Angebote gibt es auch. Studenten oder Auszubildende, die 700 Euro für ein WG-Zimmer zahlen müssen, sind keineswegs eine Ausnahme.

Frankfurter sind sauer

Kein Wunder, dass fast zwei Drittel aller Frankfurter über hohe Mieten und knappen Wohnraum klagen. Das ist das Ergebnis der 25. Bürgerbefragung, die am Donnerstag vorgestellt wurde. „In den zentralen Kritikpunkten wird deutlich, was die Bürgerinnen und Bürger als besonders vordringlich erachteten“, sagte der für die Frankfurter Statistik zuständige Dezernent Jan Schneider (CDU). „Das ist das Ziel der Bürgerbefragung.“ Für die repräsentative Bürgerbefragung wurden 1321 Menschen befragt. Die Parteien im Landtagswahlkampf haben das Problem erkannt: Das Thema spielt eine zentrale Rolle im Werben um Stimmen für den Wahltag am 28. Oktober.

„Der Polizist, die Krankenschwester, die Grundschullehrerin können sich das Leben in Frankfurt angesichts der Mietpreisentwicklung gar nicht leisten“, sagt Frank Junker, Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG. Ein möglicher Ansatz zur Lösung könnte im Stadtteil Niederrad wachsen: 48 Wohnungen, kostengünstig gebaut, Kaltmieten von zehn Euro pro Quadratmeter. Die Gebäude sind nicht unterkellert, haben kein Treppenhaus im Innern, stattdessen gibt es in den Wohnungen Abstellräume und Treppen entlang der Außenfassade.

„Das sind Wohnungen für den Mittelstand, aber vielleicht nicht gerade für den Chefarzt oder den Bankdirektor“, sagt Junker. Die Wohnungen sind noch nicht vermietet, doch Anfragen gibt es reichlich. „Es gibt Leute, die fragen nach einer Warteliste, wenn wir gerade den Bauzaun hochziehen“, so Junker. Das kostensparende Bauen in Niederrad soll zur Blaupause für weitere Wohnanlagen werden. An einem wesentlichen Kostenfaktor lässt sich aber auch mit Technik und Planung nichts ändern: „Die Preise für Bauland gehen immer weiter nach oben.“

Frankfurt ist kein Einzelfall. Auch in Kassel und dem direkten Umland wird die Wohnungssuche seit Jahren schwerer und das Wohnen teurer: Seit 2007 stiegen die Mieten in der Stadt nach Angaben des Immobilienverbands IVD im Durchschnitt um 70 Prozent. Allerdings kostet den Angaben nach dort eine gute Wohnung kalt nur zwischen 7,50 Euro bis 9,90 Euro pro Quadratmeter.

Dabei stehen in Hessen auf dem Land zahlreiche Wohnungen leer, bilanzierte das hessische Verbraucherschutzministerium im vergangenen Herbst. So kommen im Werra-Meißner-Kreis 110 Wohnungen auf 100 Haushalte, in Frankfurt sind es zum Vergleich lediglich 98 Wohnungen. Nach Berechnungen des Ministeriums fehlen bis zum Jahr 2040 mehr als 500 000 Wohnungen in Hessen, 86 Prozent davon in Südhessen, Kassel und einigen mittelhessischen Universitätsstädten.

In Marburg etwa studieren mehr als 20 000 Hochschüler. Das könne der Wohnungsmarkt nicht einfach so auffangen, wie es beim Studentenwerk heißt. „Umso wichtiger, dass wir Wohnheimplätze anbieten“, sagt Sprecherin Franziska Busch. 2100 Plätze gibt es in Marburger Studentenwohnheimen, weitere sind im Bau oder in der Planung. Gerade zu Beginn der Wintersemester übersteigt die Nachfrage das Angebot. Auch wegen der vergleichsweise günstigen Preise: Die Warmmiete für einen Platz inklusive Internetzugang kostet im Schnitt 250 Euro.

EZB treibt Ostend-Preise

In vielen Frankfurter Stadtteilen geht unterdessen die Furcht vor Gentrifizierung um – also die Befürchtung, dass Eigentümer und Investoren ihre Wohnungen aufwerten, mehr Miete verlangen und Zug um Zug eingesessene Bewohner aus den Vierteln vertrieben werden, weil sie sich das Wohnen dort nicht mehr leisten können. Zum Beispiel im Ostend, wo seit dem Bau der Europäischen Zentralbank eine zahlungskräftige neue Klientel Einzug gehalten hat, im Bahnhofsviertel, das immer mehr zum In-Viertel wird, oder im Gallus, wo seit den Baufortschritten im benachbarten Europaviertel zunehmend Hemden-Bügel-Dienste an die Stelle von Döner-Buden treten.

„Statt teurer Wohnungen in Luxuswohntürmen wünschen wir uns mehr innovative Bauprojekte in Frankfurt, durch die bezahlbare und attraktive Mietwohnungen geschaffen werden“, heißt es daher beim Mieterschutzverein Frankfurt.

Im Ostend blickt Marianne Ried von ihrem Balkon auf das Baugerüst davor. Die 83-Jährige lebt seit fast 60 Jahren in dem Mehrfamilienhaus, das vor fünf Jahren von Investoren aufgekauft wurde. Die Wohnungen sollten modernisiert und in Eigentumswohnungen umgewandelt werden – seitdem gibt es Klagen und Zivilprozesse. Kein Einzelfall, heißt es bei Mieterbund und Nachbarschaftsinitiativen.

Einige Mieter haben zermürbt aufgegeben, wenn wieder einmal im Dezember die Heizung ausfiel oder im Februar durch ein geöffnetes Dach Regen eindrang. Dort fand mittlerweile ein Bewohnerwechsel statt, die übrigen wollen nicht ausziehen. „Ich bin Altenpflegerin. Wo sollte ich in Frankfurt eine bezahlbare Wohnung finden?“, fragt Almuth Meyer, eine der betroffenen Mieterinnen. An dem Baugerüst haben sie Schilder angebracht: „Wir bleiben!“

Doch was ist mit denen, die überhaupt erst ankommen wollen in Frankfurt? Wohnungssuchende kennen den Stress, wenn im Fünf-Minuten-Takt Bewerber zum Besichtigungstermin eintreffen, mit Bewerbungsmappen und Selbstauskünften. Ein Mainzer, der gerade in Frankfurt eine neue Bleibe sucht, berichtet. „Mal gibt es völlig überhöhte Abstandsforderungen, mal wird erwartet, irgendwelchen alten Kram zu übernehmen. Es ist ganz einfach: Die haben etwas, du willst etwas. Und es gibt einfach nicht genug Wohnungen.“