Die politischen Parteien bringen sich am Anfang des Jahres gerne in Stellung.

CDU/CSU gehen auf Schmusekurs und sind der Meinung „Alles wird gut“

SPD, die Steuereinnahmen werden künftig weniger. Ich kann Kanzler…

FDP wenn wir ein faires Angebot bekommen, übernehmen wir auch Verantwortung in der Bundesregierung…

Jeder gibt seinen Senf dazu, nur wirkliche Verbesserungen bleiben aus!

Sind wir wirklich so blöd, dass wir den Aussagen von Politikern in dieser Form glauben und vertrauen schenken?

Oder… wie blöd ist das denn!

Da sind mir die ausführlichen Tagebuch Informationen von Herrn Harms glaubwürdiger…

Florian Harms
MEINUNG
Tagesanbruch
Was heute Morgen wichtig ist
Von Florian Harms

Fortgerissen? Ja – oder haben Sie den Eindruck, dass die Mächtigen in unserem Land den größten Herausforderungen unserer Zeit die gebührende Aufmerksamkeit widmen? Schauen wir doch mal, welche das sind. Ein Report des National Intelligence Council, des Think Tanks der amerikanischen Regierung,
listet sieben globale Trends auf, die der Menschheit bis zum Jahr 2035 dräuen. Ich zitiere aus der deutschen Übersetzung:

Die Reichen altern, die Armen nicht. In den wohlhabenden Ländern, in Russland und China schrumpft die Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter, in den armen Ländern wächst sie noch.
Die Weltwirtschaft verlagert sich. Das Wirtschaftswachstum bleibt schwach, die westlichen Mittelschichten geraten zunehmend unter Druck.
Die Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts beschleunigt sich weiterhin und ruft schwerwiegende Brüche hervor.
Religiöse Ideologien und nationale Identitäten führen zu einer Welle vonAusgrenzungen. Der Populismus hat noch lange nicht seinen Zenit erreicht.
Das Regieren wird immer schwieriger.
Das Risiko von Konflikten, auch solchen zwischen Staaten, verschärft sich.
Der Klimawandel, Umweltkonflikte und die weltweite Verbreitung von Infektionskrankheiten stellen ernsthafte, bislang nicht beherrschbare Gefährdungen dar.
Nüchterne Worte mit einer brisanten Botschaft: Das gute Leben in Frieden, Sicherheit und relativem Wohlstand, an das sich viele von uns gewöhnt haben, gerät aus immer mehr Richtungen unter Druck. Eine Jahrzehnte lang vergewaltigte Natur schränkt unser Leben ein: Hitzewellen und Dürren, Stürme und Überschwemmungen, verschmutzte und überfischte Meere. Zunehmend unbewohnbare Regionen in Afrika und Asien, Kriege und Konflikte im Nahen und Fernen Osten kommen hinzu. Fast 70 Millionen Menschen waren im vergangenen Jahr auf der Flucht, ein Rekordwert. 2019 ist erst wenige Tage alt, aber schon jetzt lässt sich prognostizieren: In diesem Jahr werden es nicht weniger, sondern noch mehr.
Zugleich gerät die globale Nachkriegsordnung ins Wanken. Herausgefordert von der aufstrebenden Superdiktatur China, attackiert vom sich super findenden US-Präsidenten und bedrängt von superreichen Technologiekonzernen, ist der geordnete, berechenbare und auf den Ausgleich von Interessen angelegte Multilateralismus auf dem Rückzug.
In so einer Situation, an einem historischen Scheideweg, müsste ein Transitland wie Deutschland, dessen Wirtschaft auf dem fairen Handel und dessen politische Stabilität auf Bündnissen basiert, eigentlich sein ganzes Gewicht in die Waagschale werfen, um Verlässlichkeit, Vertrauen, Rechtsstaatlichkeit im Inneren und Äußeren zu verteidigen. Es müsste die kriselnde EU kräftigen und neue Allianzen schmieden. Denn nur vereint können die europäischen Staaten bei der Neujustierung unserer Welt mitreden und die großen Herausforderungen unseres Jahrhunderts – Klimakrise, Bevölkerungswachstum und Migration, Digitalisierung – steuern.

2019 müssen wir raus aus der Hängematte. Denn mit der Merkel’schen Politik des Abwartens, des Gucken-wir-Mals und des Sollen-sich-doch-erst-mal-die-Anderen-Bewegens können wir unsere Insel nicht retten. Seit dem 1. Januar sitzt Deutschland im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Deutsche Diplomaten sagen: Das ist gerade jetzt eine historische Gelegenheit, die Zeitläufe mitzugestalten und sich weltweit für Multilateralismus, Pluralismus und Demokratie einzusetzen. Aus dem Berliner Regierungsviertel ist zu hören, dass die Bundeskanzlerin nun, auf den letzten Metern ihrer Amtszeit, bereit ist, vehementer für diese Werte einzutreten. Auch in ihren Reden bezieht sie sich in letzter Zeit vermehrt darauf. Sie scheint bereit zu sein, aus der Hängematte zu steigen.

Na, dann los!