Lügen und Verschleierung prägen unsere Gegenwart und Vergangenheit. In Zukunft soll die Wahrheit unser Leben gestalten. Wir brauchen die gegenseitige Aufklärung und das Wissen über Lügen.

Bevor ich Ihnen ein interessantes Interview zeige, fordere ich ganz einfach: alles was krank macht, gehört verboten, damit wir auf dieser Erde gesund leben können gemeinsam mit Tieren sowie Pflanzen.

Ich bin für ein bedingungsloses Grundeinkommen und hier finden Sie einige Argumente zum Nachdenken in dem nachfolgenden Interview. Nehmen Sie sich einfach Zeit für andere Gedanken und lassen Sie es wirken.

Wie bringt man diese utopischen Feldversuche zum Wachsen? Ist es einfach damit getan zu sagen: Das sind die Beispiele, und es funktioniert doch!

Ja. Natürlich spielt aber auch die Politik eine Rolle, die die entsprechenden Rahmenbedingungen dafür schaffen muss. Aber auch die kommt nur aus dem Quark, wenn es genug Druck von unten gibt. Ansonsten interessieren mich diese Fragen nicht. Ich lehne es methodisch ab, mir immer, bevor ich anfange, das Mögliche zu denken, mir gleich Gedanken darüber zu machen, ob das am Ende auch noch der letzte Depp gut findet oder übernimmt. Wenn ich etwas gut finde, versuche ich es in die Welt zu setzen, und dann hat man den ›Proof of the Pudding‹. Dann kann man im Zweifel immer noch feststellen: Aha, das war ja wohl nichts. Dann schafft man es eben wieder ab. Aber dieses ›Ich muss immer an die Mehrheiten denken‹ – das ist ja der blödeste Gedanke, den man überhaupt haben kann. Wenn man als Fotograf arbeitet und dabei ständig da­rüber nachdenken würde, dass man die Mehrheiten erreichen muss, würde kein einziges gelungenes Foto entstehen. Für Musik gilt das Gleiche. Ganz egal, worüber wir reden: Keiner würde mehr irgendetwas Vernünftiges machen.

Lieschen Müller arbeitet acht Stunden am Tag. Dann hat sie abends noch die Kinder und muss sich entscheiden: Ich packe jetzt die Welt an oder ich gucke Netflix. Wie überreden Sie die denn jetzt?

Erstens kommt es mir darauf an, dass ich mir selber erst mal glaube. Ich halte es gar nicht für den ersten Schritt, andere überzeugen zu wollen. Ich kenne das aus ganz vielen Diskussionen: Bevor die Leute darüber nachdenken, was sie selber denn ändern könnten, melden sie sich immer und sagen: Ja, wir hier am Tisch finden das ja alles total gut. Aber was ist denn mit denen da draußen – wahlweise den Chinesen, den Arbeitslosen, den Netflix-Guckern. Immer ist irgendwer das Problem, nur nicht der, der spricht. Und dann gibt es einen zweiten Punkt: Lieschen Müller ist ja vielleicht viel cooler als Dieter Zetsche. Denn es könnte ja sein, dass Lieschen Müller an einer super Aktion arbeitet, um krebskranken Kindern zu helfen. Da kann ich Ihnen sofort eine Geschichte zu erzählen: Ich war mal an einer Auszeichnung beteiligt, die an Leute vergeben wurde, die sich ehrenamtlich engagieren. Und da war eine Frau als Preisträgerin in der engeren Wahl, die patchworkartige Kissenhüllen produziert hat. Arrogant wie ich bin, habe ich zuerst gedacht: Wie blöd ist es denn, irgendwelche doofen Kissen zu machen? Und dann habe ich mir das genauer angeguckt und gesehen, dass die aus gebrauchten Sachen Stories zusammengenäht hat: Jedes Kissen war eine Geschichte. Und jetzt stelle man sich ein fünfjähriges Kind im Krankenhaus vor. Wie schön es ist, so ein Kissen zu haben. Geniale Idee! Nun ist diese Frau Hartz-IV-Empfängerin und lebt gesellschaftlich im totalen Off. Niemand beachtet die, obwohl sie etwas gesellschaftlich total Sinnvolles macht. Übrigens mit dem Problem, dass man ihr keinen Preis geben kann: In unserem System wird ihr das sofort von ihren Bezügen abgezogen. Denn das ist ja ein Zuverdienst, den sie nicht haben darf. Und da merkt man diese ganze Verzerrung unserer Wahrnehmung: Was so jemand macht, ist unglaublich toll. Mehr geht gar nicht. Das ist Lieschen Müller!

Hier finden Sie das gesamte Interview: http://dieletztenmenschen.com/interview/man-muss-ein-bisschen-remmidemmi-machen/